langsam werd ich groß.

langsam werd ich groß,
so ganz ohne dich;
was ich alles so beschloss
die letzten jahre und mein gesicht
kriegt langsam falten – damals
haben wir noch gelacht über die alten, aber
so ändern sich die zeiten; so
sammelt man freiheiten,
verliert dafür freizeiten und
vergisst, auf die kleinigkeiten
zu schauen;
vergisst, an der basis des lebens zu bauen
anstatt nur an der krone. das leben
ist sicher nicht ohne, aber –
das ahnten wir damals schon.
waren tränen und wunden gewohnt und
haben trotzdem gelebt – oder
vielleicht gerade deshalbintensiv wie nie zuvor.
liebe, drogen, sex und spiele; du
warst ein abenteuer, warst mein tor
zur freiheit. hast mich
befreit – von der
leichtigkeit des seins.
hast gekämpft – um uns, gegen mich; hast
nur selten geweint und
mich bezaubert, mich berührt; hast
mein wesen verwandelt, mich bewegt, verdreht, verführt; und
deshalb danke: für alles das, was war.
danke für das lachen, das leiden – die zeit
war wunderbar, wenn auch keine leichte kost. aber
das schicksal wird nun mal verlost und
du warst meines. schicksal sei dank.
nahmst mich an die hand für
dieses kleine stückchen weg.
jetzt bist du weg und
langsam werd ich groß;
so ganz ohne dich; aber
so ganz ohne dich
ist es ja nicht
und
wird es nie sein.
ich hab dich noch genau so lieb wie damals, großer!
mach’s gut,
hau rein!

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